CDU Ratsfraktion- Mitteilungen
02.06.2017 12:22
Modellversuch Pick-Up
Erika Stahl, sozialpolitische Sprechin

In mehreren Bereichen der Bochumer Innenstadt finden sich Treffpunkte, an denen  Menschen übermäßig Alkohol konsumieren. Oft kommt es zu Ruhestörung und Verunreinigungen. Andere Menschen insbesondere Frauen fühlen sich unsicher und meiden möglichst diese Plätze. Die CDU fordert hier ein probeweise befristetes Konsumverbot von Alkohol außerhalb der konzessionierten Außengastronomie.

„Ein solches Alkoholverbot darf natürlich nicht zu einem reinen Verdrängen der oft mehrfachabhängigen Menschen führen. Wir sind mit dem Bochumer Modell Suchthilfe bereits gut aufgestellt, müssen aber über weitere Angebote nachdenken, um diese oft auffälligen Personen wieder in unsere Gesellschaft integrieren zu können“, so Erika Stahl, sozialpolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion.

Deshalb wird die CDU-Fraktion in der kommenden Sozialausschuss-Sitzung für Bochum einen Modellversuch analog zum Essener Programm „Pick-Up“ beantragen (s. Anlage). Erika Stahl: „Natürlich muss dieser Modellversuch in enger Abstimmung mit den Trägern der Freien Wohlfahrtspflege erfolgen, die das Projekt möglichst in ihr Hilfsangebot integrieren sollen.“

Vor 2,5 Jahren startete die Stadt Essen mit ihrem Projekt „Pick-Up“ für chronisch Mehrfachabhängige. Hier verrichten alkoholabhängige Personen Gemeinnützige Arbeiten wie z.B. einfache Reinigungsarbeiten ohne in dieser Zeit auf ihren Alkoholkonsum gänzlich verzichten zu müssen. Das Programm hat sich als sehr erfolgreich erwiesen. Zum einen bietet dieses niederschwellige Programm den Teilnehmern wieder eine feste Tagesstruktur und eine geringfügige finanzielle Entschädigung. Die Menschen erfahren wieder eine Wertschätzung und die meisten von ihnen haben in einer anonymen Befragung angegeben, insbesondere in den Zeiten, in denen sie sich in der Maßnahme befinden, weniger Alkohol zu konsumieren.

„Dieses sehr niederschwellige Angebot kann einen weiteren Zugang zu den Suchtkranken bedeuten. Amsterdam und Essen haben mit einem solchen Programm gute Erfolge erzielt“ so Erika Stahl.

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