Senioren-Union
08.05.2018 16:25
Senioren-Union BO -Europa-Frühstück-
Ina Scharrenbach, NRW-Ministerin

Dienstag, den 08.Mai 2018, Europa-Frühstück

Thema „Heimat: Europa oder Europa: Heimat“

Vortrag und Diskussion von und mit Frau Ina Scharrenbach

Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW

Dies war die Themenstellung für Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW beim traditionellen „Europa-Frühstück“, der CDU Senioren-Union am 8.5.18 im Klosterhof Stiepel. Rd. 45 Personen sind der Einladung gefolgt.

Ja, Europa ist auch Heimat, war ihre eindeutige Antwort. Dabei dürfen wir aber die persönliche Entwicklung nicht außen vorlassen. Sie treffe auch heute, 70 Jahre nach Kriegsende, noch Menschen, die sagen: Hier bin ich zu Hause, aber meine Heimat ist Schlesien. Dies gilt nicht nur für die Vertriebenen des 2. Weltkrieges, sondern auch für die Migration. Auch in der 2. und 3. Generation empfänden viele in den 60er Jahren zu uns gekommenen Menschen die Türkei beispielsweise noch immer als ihre Heimat, obwohl sie hier sesshaft geworden sind. Daran müssen wir gemeinsam arbeiten, war ihre Aufforderung. Integration ist mehr, als das Erlernen der deutschen Sprache, obwohl sie natürlich die Grundlage ist.  In diesem Zusammenhang erteilte sie auch der aktuellen Forderung aus der Politik nach einem „Werteunterricht“ für Zugewanderte eine klare Absage. Es sind doch die Eltern deutscher Kindergartenkinder, die aus dem St. Martinstag ein Laternenfest und aus dem 1. Advent ein Lichterfest konstruieren wollen. Wir brauchen in Deutschland eine Wertediskussion: Aber für Alle.  Auf Nachfrage aus dem Publikum forderte sie die christlichen Kirchen vehement auf, sich nicht aus der Kindergartenarbeit zurückzuziehen. Die Kirchen sollten mal überlegen, wo ihre Zukunft liegt, formulierte sie im Kreis der Senioren sogar etwas provokant.

Wolfgang Horneck, Ratsmitglied und Vorsitzender der Bochumer Senioren-Union „beruhigte“ sie: In Bochum sind die mit Abstand meisten Kindergärten in Trägerschaft der katholischen und evangelischen Kirche.

Auf den Trümmern zweier Weltkriege mit über 60 Millionen Toten bauten unsere Väter und Mütter mit der Montan-Union als Keimzelle die europäische Gemeinschaft auf. Frieden und Freiheit war ihre Vision. Und die wünsche ich mir auch aktuell in Europa. Wir verlieren uns in einer quälenden Detail-Debatte; nicht nur bei Glühbirnen und Gurkenkrümmungen. Wir brauchen wieder Visionäre, um unsere Heimat Europa zu gestalten.

Europa war, ist und bleibt die richtige Entscheidung, bei allen Problemen, die auch nicht „unter den Tisch“ gekehrt werden dürfen. In diesem Zusammenhang hielt sie ein Plädoyer für mehr Städte- und Schulpartnerschaften. Wir müssen die Heimat Europa an die nächste Generation vererben, so unser Auftrag.  Sie bedauerte, dass das europäische Kulturerbe Jahr 2018 kaum Beachtung finde.

Wir müssen mehr fördern was uns verbindet und nicht pflegen was uns trennt², so ihr Fazit einer Veranstaltung, von der die Teilnehmer begeistert waren.

gez. Karl-Josef Schiffer

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