CDU Ratsfraktion- Mitteilungen
01.03.2018 15:04
Städtische Planung zerstört bewusst das geschützte Gartendenkmal „Ehrenmal“ in Wattenscheid
Obere Denkmalschutzbehörde LWL sagt Nein
Luftbild Ehrenmal (Quelle: WAZ)

Das Denkmalschutzgesetz NRW fordert, Denkmäler „zu schützen, zu pflegen, sinnvoll zu nutzen und wissenschaftlich zu erforschen“. Das Gartendenkmal „Ehrenmal‘ in Wattenscheid umfasst die Grünanlage sowie die Gedenkstätte und wurde am 30.06.1992 unter Denkmalschutz gestellt.

Als Skandal bezeichnet CDU-Ratsmitglied Dirk Caemmerer den jahrelangen Umgang mit dem Gartendenkmal. „Systematisch hat die Stadt das Ehrenmal zerstört und verrotten lassen. Warnungen aus Gutachten und der Oberen Denkmalschutzbehörde wurden in den Wind geschlagen. Denkmalsschutz ist in Bochum ein Fremdwort“, so Kulturausschuss-Mitglied Caemmerer, und weiter: „Die Methode der Stadt lautet: so lange warten, bis alles zerstört ist, ‚Schäden machen‘ und dann alles neu planen“.
Jetzt sollen öffentliche Mittel, also Steuermittel, eingesetzt werden für Maßnahmen die mit dem Denkmalschutz unvereinbar sind und für die eine öffentliche Förderung deshalb ausgeschlossen ist. Diese Maßnahmen widersprechen dem Sinn einer Gedenkstätte, also einem Ort der inneren Einkehr und Besinnung.

Nach der Devise „Viele Köche verderben den Brei“ wurden aufwendige Stadtteilkonferenzen durchgeführt nach dem Motto „Wünsch Dir was“: statt den Denkmalschutz gebührend zu berücksichtigen, entschied die Verwaltung sich lieber für eine Hundewiese, Zuschütten der Krypta, eine Bühne ohne Nutzungskonzept, das Abschneiden von Flächen für Parkplätze, die Anlage einer Sitzgruppe zwischen den Treppen des Ehrenmals, das hemmungslose Beseitigen von Bäumen und Büschen etc.. Die Obere Denkmalschutzbehörde hat die Pläne bereits abgelehnt. Das hindert die Stadt aber nicht daran, die Baumfällaktionen fortzuführen. Jüngst ist dem Aktionismus eine Eibe (aufgeführt in der „Roten Liste“) ohne Not zum Opfer gefallen.
Die ursprüngliche Planung umfasst laut Gutachten vom 02.07.2015 insgesamt 620 Bäume und 13.280 Sträucher und Stauden. „Wo sind die geblieben?“ fragt Caemmerer, und weiter „und die Stadt holzt munter weiter ab. Ca. 500 Bäume fehlen inzwischen“.

Erstaunlich auch: gegen das Votum der Oberen Denkmalschutzbehörde will die dem OB unterstellte Untere Denkmalschutzbehörde (Bochum) die denkmalrechtliche Genehmigung zur kompletten Zerstörung des unwiederbringbaren Denkmals erteilen.

In einem Brandbrief vom 03.02.2018 hat die DGGL (Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur – Arbeitskreis historische Gärten) den Oberbürgermeister angeschrieben und gemahnt, die bisherigen Planungen einer grundlegenden Prüfung zu unterziehen und die Verwaltung anzuweisen, dass der Erhalt des gesamten Denkmals oberste Priorität haben muss.

Dieses Schreiben weist auch auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 02.03.1999 hin, in dem Grundsätze für den Umgang mit Denkmalen beschrieben werden.

Die CDU begrüßt die Ziele der inzwischen gegründeten „Bürgerinitiative Ehrenmal“  ausdrücklich. Die BI setzt sich dafür ein, die Wege gemäß der Empfehlungen der oberen Denkmalsbehörde instand zu setzen und den Bestand an Bäumen und Büschen entsprechend den historischen Plänen aufzuforsten und das Denkmal zu erhalten. Zudem schlägt Caemmerer vor, auch eine Info-Tafel zu errichten, die die Historie beschreibt und auch auf die Opfer von Gewalt und Terror Bezug nimmt.

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