Das 11. Gymnasium und die Hängepartie
Die CDU hat es immer gesagt: Bochum braucht ein 11. Gymnasium. Und die CDU hat auch immer gesagt: Diese Schule gehört in die Bochumer Innenstadt. Nun hat die Verwaltung alle möglichen Standorte unter die Lupe genommen und einen sehr geeigneten gefunden. Dennoch entwickelt sich das Thema zur Hängepartie. Völlig unnötig, findet die CDU:
Bereits mit Beschluss der Schulentwicklungsplanung für die weiterführenden Schulen im Oktober 2024 hat die Politik den Bedarf für ein 11. Gymnasium festgestellt und dessen Errichtung beschlossen. Für die CDU war und ist diese Entscheidung richtig. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben immer wieder gezeigt, dass die Nachfrage nach Gymnasialplätzen hoch ist und zusätzliche Kapazitäten benötigt werden. Deshalb hält die CDU die Gründung eines 11. Gymnasiums weiterhin für dringend erforderlich.
Der ursprünglich vorgesehene Start zum Schuljahr 2026/27 musste verschoben werden, weil kein geeigneter Standort zur Verfügung stand. In Abstimmung mit der Bezirksregierung ist die Gründung daher auf das Schuljahr 2027/28 verschoben worden. Am Bedarf der Schule hat sich dadurch jedoch nichts geändert. Um diesen Bedarf zu decken, hat die Verwaltung zahlreiche Alternativen geprüft. Insgesamt wurden achtzehn mögliche Interims- und Dauerstandorte untersucht. Nach Abschluss dieser umfangreichen Prüfungen liegt nun ein konkreter Vorschlag vor, der die notwendigen Anforderungen erfüllt und die Gründung der Schule ermöglicht: im Bermuda3eck, „Am Kulturgleis“.
Bereits 2024 hat die CDU deutlich gemacht, dass sie eine dauerhafte Lösung an einem Standort bevorzugt und die ursprünglich vorgesehene Aufteilung auf zwei Teilstandorte kritisch sieht. Schulen mit Teilstandorten können im Einzelfall notwendig sein, sollten aber nicht das Leitbild für eine neu zu gründende Schule sein. Die Verwaltung hat inzwischen einen gangbaren Weg aufgezeigt. Schon wegen der Verkehrsanbindung auch an den Bochumer Süden ist der ausgesuchte Fleck sehr gut geeignet. Deshalb ist für die CDU nicht nachvollziehbar, warum die Debatte nun weiterhin auf die lange Bank geschoben wird. Wer den festgestellten Bedarf für ein weiteres Gymnasium anerkennt, sollte jetzt auch die notwendigen Entscheidungen treffen. Das wird dann wohl (endlich) in der Juli-Ratssitzung passieren. Wie gesagt: Hängepartie.
Bochum braucht zusätzliche Gymnasialplätze. Bochum braucht ein 11. Gymnasium. Und die Schülerinnen und Schüler, die künftig dort lernen werden, haben ein Anrecht darauf, dass die Politik ihre Hausaufgaben macht. Sowas endet nicht mit der Schulzeit.
Guido Endemann