Helfer vor verschlossenem Poller: CDU fordert Aufklärung

Rettungswege müssen jederzeit frei und nutzbar sein, auch in Kleingartenanlagen. Umso beunruhigender, wenn dem Rettungsdienst der Weg versperrt ist. Die CDU-Ratsfraktion fragt deshalb jetzt offiziell bei der Stadtverwaltung nach, wie die Erreichbarkeit von Kleingartenanlagen für Rettungsfahrzeuge sichergestellt wird.

„Es gibt einen konkreten Hintergrund für unsere Anfrage“, erklärt der umweltpolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion Dr. Daniel Obitz. „Am 10. April kam es in der Kleingartenanlage in Riemke zu einem medizinischen Notfall, doch die Rettungssanitäter konnten den betroffenen Kleingärtner nur nach erheblichen zeitlichen Verzögerungen erreichen. Ein Absperrpfosten war mit einem Vorhängeschloss verriegelt, und an Bord des vorgefahrenen Rettungswagens befand sich kein Bolzenschneider zum Knacken des Schlosses.“

Im Dezember 2024 hat die Verwaltung der CDU-Ratsfraktion auf Anfrage noch folgendes mitgeteilt: „Das Sichern von sogenannten ‚Sperrpfosten‘ mit handelsüblichen Vorhängeschlössern stellt für Rettungsdienstfahrzeuge kein Problem dar, da sämtliche Rettungswagen mit Bolzenschneidern ausgestattet sind, um derartige Schlösser ohne relevanten Zeitverlust zu entfernen.“

Warum aber war am 10. April kein entsprechendes Werkzeug an Bord des Fahrzeugs? „Im Ernstfall zählt jede Sekunde“, betont Obitz. „Deshalb interessiert uns auch, wie kontrolliert wird, dass die notwendige Ausrüstung tatsächlich in den Fahrzeugen vorhanden ist. Außerdem wollen wir wissen, unter welchen Voraussetzungen Sperrpfosten in Kleingartenanlagen überhaupt verschlossen werden dürfen.“